GMK empfiehlt Simulationstraining für Notfallsanitäter-Ausbildung

Meilenstein für die medizinische Simulation in Deutschland

Bahn frei für mehr simulationsgestützte Trainingsangebote in der Notfallsanitäter-Ausbildung. Foto: M. Ziegler, , 2019

Bahn frei für mehr simulationsgestützte Trainingsangebote in der Notfallsanitäter-Ausbildung. Foto: M. Ziegler, , 2019

In Rahmen der 92. Gesundheitsministerkonferenz (GMK) haben die Gesundheitsminister der Länder einstimmig dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) empfohlen, die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter mit weiteren simulationsgestützten Trainingsangeboten zu ergänzen. Dieser politische Vorstoß kann als kleiner Meilenstein in der medizinischen Simulation in Deutschland gewertet werden, da der Gesetzgeber hiermit anerkennt, dass durch Simulation praktische Ausbildungsinhalte ergänzt werden können.

Beschluss der 92 . Gesundheitsministerkonferenz

TOP: 8.11 Erweiterung des Umfangs simulationsgestützter Trainingsangebote in der praktischen Ausbildung von Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern

Die GMK hat den folgenden Beschluss ohne Gegenstimmen gefasst:

Die GMK ist der Auffassung, dass simulationsgestützte Trainings in der praktischen Ausbildung von Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern dazu beitragen können, die Knappheit der praktischen Ausbildungskapazitäten zu lindern sowie die hohen Standards der Ausbildung zu erhalten und weiter auszubauen.

Die GMK bittet das BMG, die Vorgaben der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter im Hinblick auf die Zulässigkeit von simulationsgestützten Trainingsangeboten gemeinsam mit den Ländern zu überprüfen und Funktionsbereiche zu identifizieren, die sich für den Einsatz von simulationsgestützten Trainings eignen. Aus der Sicht der Länder eignet sich hierzu insbesondere der Bereich „Anästhesie und OP“.

Ausbildungsrichtlinien im Überblick

Die neue Berufsausbildung von Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern findet an Schulen, Lehrrettungswachen und geeigneten Krankenhäusern statt. Die Schülerinnen und Schüler sollen während ihrer dreijährigen Ausbildung durch eine praktische Ausbildung von insgesamt 720 Stunden in verschiedenen Funktionsbereichen der Krankenhäuser auf ihre spätere Tätigkeit im Rettungsdienst vorbereitet werden.

Die Funktionsbereiche teilen sich auf in:

  • Pflegeabteilung 40 Stunden
  • Interdisziplinäre Notfallaufnahme 120 Stunden
  • Anästhesie- und OP-Abteilung 280 Stunden
  • Intensivmedizinische Abteilung 120 Stunden
  • Geburtshilfe und Pädiatrie 40 Stunden*

Vor allem die Funktionsbereiche „Geburtshilfe/Pädiatrie“ und „Anästhesie-OP-Bereich“ gelten hier als Nadelöhr: Zum einen ist es leicht nachvollziehbar, dass eine Geburt in einem Kreissaal ein sehr intimer Moment für die Eltern darstellt, zum anderen gibt es nicht genügend freie Plätze für die Vielzahl der angehenden Schülerinnen und Schüler.

Diese Situation dürfte sich durch die Verabschiedung der neuen Ausbildungsgesetze aus der Pflege (Pflegegeneralistik, Neuordnung der Ausbildung von Operationstechnischen und Anästhesietechnischen Assistentinnen und Assistenten und der Akademisierung des Hebammenberufes) in naher Zukunft weiter verschärfen.

*) Für den Funktionsbereich Geburtshilfe und Pädiatrie ermöglicht die NotSan-APrV simulationsgestützte Trainings bereits in der jetzigen Fassung (siehe NotSan-APrV, Anlage 3, zu §1 Absatz 1 Nummer 3)